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Sandro Chia
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geb. am 20.4.1946 in Florenz
Als Kind wollte Sandro Chia eigentlich nichts anderes werden als Maler. "Ich habe mir die Bilder in den Uffizien meiner Heimatstadt Florenz angeschaut und beschlossen: Das will ich auch machen", sagte er einer deutschen Illustrierten im Interview.
Konsequenterweise studiert er am Istituto d'Arte in Florenz und schreibt sich an der Accademia di Belle Arti ein. 1969 beendet er das Kunststudium mit Diplom. Es folgen ausgedehnte Reisen durch Indien, die Türkei und Europa.
1970 lässt er sich in Rom nieder und arbeitet als konzeptueller Künstler. 1980 wird er mit einem Stipendium der Stadt Mönchengladbach ausgezeichnet und hält sich infolgedessen einige Monate dort auf. Danach zieht Sandro Chia nach New York City und pendelt fortan zwischen seiner Heimat Italien und den USA.
In Sperone Westwater Gallery hat er seine erste Ausstellung in Amerika. "Es war großartig", erinnerte sich Chia. "Andy Warhol und alle anderen kamen zu der Show". Kein Wunder, schließlich ist Chia Hauptvertreter einer neuen Kunstrichtung, die bereits in Italien von sich Reden gemacht hat.
Der Begriff "Transavanguardia" war 1979 von Achille Bonito Oliva eingeführt worden. Damit bezeichnete der italienische Kritiker eine Reihe von Malern, die sich mit erzählerisch-poetischen, teils verschlüsselten Bildern hervortaten und stilistisch an die italienische Malerei der 1920er- bis 40er-Jahre anknüpften. Neben Sandro Chia gehörten Francesco Clemente, Enzo Cucchi, Nicola de Maria und Mimmo Paladino dazu.
Die in leuchtenden Farben gemalten Figuren, die Ekstase und Pathos zum Ausdruck bringen, lassen sich ebenso treffend mit dem Begriff Neo-Expressionismus umschreiben. Auch wenn der Künstler selbst mit solchem Schubladendenken nur wenig anfangen kann: "Die Transavanguardia bedeutet mir ebenso wenig wie der Neo-Expressionismus".
Tatsache ist, dass Chias Leinwand-Bilder auf dem Kunstmarkt mit Preisen zwischen 80 000 und 100 000 Dollar gehandelt werden. "Mitunter sind die Bilder schon verkauft, bevor ich überhaupt einen Pinselstrich aufgetragen habe".
In den letzten Jahren hat sich Sandro Chia auch der Skulptur zugewandt. Vor allem die Figur des männlichen Engels, die auf seinen Bildern immer wieder auftaucht, hat er überzeugend in Bronze gegossen - lebensgroß ebenso wie in kleineren Auflagenobjekten.
Im November 1999 hat Sandro Chia Atelier und Wohnung in New York aufgelöst. Seitdem lebt der Künstler mit seiner Frau Marella, eine angeheiratete Nichte Gianni Agnellis und den gemeinsamen Töchtern Costanza und Teodora dauerhaft im Castello Romitorio bei Siena. Seine Söhne Filippo und Antonio, die aus früheren Beziehungen stammen und von Andy Warhol porträtiert wurden, sind in New York geblieben.
Das 1984 in ruinösem Zustand erworbene Castello Romitorio hat er selbst restauriert und weitgehend in den Originalzustand zurück versetzt. Chia, der sich in der minimalistischen Anlage "wie in einem buddhistischen Kloster" fühlt, besitzt dort einen Weinberg und produziert toskanische Rot- und Weißweine sowie Grappa. In der angesehenen Zeitschrift "Wine Spectator" sind seine Erzeugnisse bereits entsprechend gewürdigt worden.
Ausgewählte Einzelausstellungen:
1992 "Retrospective", Nationalgalerie Berlin
2000 Galleria Civica d'Arte Contemporanea, Trento
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